Aus dem Jahrbuch 2007, von Marlene Macco
Bewegende Momente vor dem Collège in St. Genis: Der Gedanke, dass die Freundschaften, die sich gerade entwickelt hatten, nun für unbestimmte Zeit unterbrochen sein würden, rührte einige Mädchen zu Tränen. Im Zug nach Hause dachten wir an viele schöne Momente mit unseren Austauschschülern zurück.
Die zurückhaltende Stimmung, die am Anfang des Austauschs herrschte, verflog relativ schnell. Nach einer halben Woche in Heilbronn fühlten sich „unsere Franzosen" schon sehr wohl. Der vorübergehende Abschied fiel uns nicht so schwer, denn wir freuten uns schon auf Frankreich. Nach sieben Stunden Fahrt kamen wir endlich am Genfer Bahnhof an und wurden herzlich von unseren Gastfamilien empfangen.
Am nächsten Morgen wurden wir im Collège unserer Partner vom Schuldirektor willkommen geheißen, später auch im Rathaus vom Bürgermeister der Stadt. Die Woche im Gebiet rund um den Genfer See verging wie im Flug, wir hatten jede Menge aufregende und schöne Erlebnisse und unsere Französischkenntnisse verbesserten sich merklich. Wir erfuhren nicht nur etwas über die Sprache, sondern lernten auch typisch französische Sitten und Bräuche kennen. So zum Beispiel französische Essensgewohnheiten oder auch „le tour dans le quartier". Es waren zwei tolle Wochen, die den Franzosen ebenso wie den Deutschen lange in Erinnerung bleiben werden.
Seit nahezu 30 Jahren unterhält das Mönchsee- Gymnasium eine Schülerpartnerschaft mit dem Collège Jacques Prévert in St. Genis, das nur circa acht Kilometer von Genf entfernt liegt. Unsere Schüler werden stets mit neugierigen Augen, aber auch mit offenen Armen empfangen. Das Schulambiente ist für uns auf den ersten Blick etwas fremd: Eine Gesamt- und Ganztagsschule, viele lebhafte Schüler, viele Vorschriften um deren Temperament zu zügeln, aber auch viele Angebote und Aktivitäten und am Mittag eine große Mensa mit 3-Gänge- Menü.
Nach anfänglichem „Beschnuppern" freundet man sich meist recht schnell an und findet auch bald Zutrauen zur „langue étrangère". Was kann man da auf einmal alles auf Französisch sagen: dass man sich freut... dass es einem gefällt... dass man Hunger hat... dass man müde ist... - nach ein paar Tagen kann man sogar über ein paar Problemchen diskutieren, oft beteiligt sich die ganze Familie, meist auf Französisch, denn „l'allemand, c'est vraiment difficile".
Das Programm, das die französische Betreuungslehrerin zusammenstellt, ist immer sehr abwechslungsreich und führt uns meist in die „Suisse romande" nach Genf, Lausanne, Chillon manchmal auch nach Chamonix oder in eine wilde Schlucht. Man lernt die UNO kennen und erfährt, wer das Rote Kreuz gegründet hat und wie er das tat.
In Deutschland bemühen wir uns natürlich auch, das „Ländle" in den schönsten Farben zu präsentieren und die Franzosen sind immer begeistert und nehmen einen guten Eindruck von Deutschland mit. Für uns hat die französische Sprache nach einem Austausch ein neues Gesicht bekommen und Texte werden plötzlich lebendig, denn wir sehen Menschen dahinter.
Ab dem Schuljahr 2007 / 08 werden wir auch einen Austausch für die älteren Schüler (Klasse 10 - 12) mit dem Lycée Antonin in Marseille organisieren. Das Ziel ist sehr attraktiv und bietet viele Eindrücke. Das Lyceé verfügt über ein breit gefächertes Angebot und die Landschaft der Provence wird uns sicher in ihren Bann ziehen. Die französischen Schüler, die Deutsch in der Oberstufe wählen, sind meistens auch sehr interessiert an Deutschland und seinen Menschen.
Manche Austauschpartnerschaft führte schon zu einer lebenslangen Freundschaft. Probiert es doch einfach mal aus!