von Charlotte Münch (6b)
Am 5. Februar besuchte Frau Seel die Klasse 6b des Mönchsee Gymnasiums, um über die Kinder in Ägypten und deren Alltag zu erzählen:
„Ich hatte viel Glück!", sprach sie. "Ich hatte die Chance, die Schule besuchen zu dürfen, das Abitur zu schaffen und etwas zu studieren." Dies war aber nur möglich, da ihr Vater zu der mittleren Klasse gehörte. Er war Landwirtschaftsingenieur.
Frau Seel besuchte mit sechs Jahren die Grundschule und machte die Mittlere Reife. Nur wenn man diese Prüfung mit einem guten Abschluss schaffte, konnte man noch zwei weitere Jahre das Gymnasium besuchen. Hatte man dort einen Notenschnitt von 2,0, war ein Studium an einer Universität erst möglich.
1953 begann für die Ägypter ein neues Zeitalter, denn es kam eine neue Regierung in das Land. Diese beschloss, dass jeder, egal ob arm oder reich, eine Schule besuchen muss. Erst jetzt wurde die Schulpflicht eingeführt.
Auch wenn die ärmeren Leute auf die offizielle Städtische Schule müssen, dort, wo Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet werden, können diese studieren. Leider schicken manche Eltern ihre Kinder nicht in die Schule und missachteten die Schulpflicht. Diese Kinder müssen im Haushalt oder bei der Feldarbeit mithelfen.
Die reicheren Leute schicken ihre Kinder für viel Geld auf amerikanische, deutsche oder englische Privatschulen, wo auch Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet werden. Die wenigsten Familien können sich das jedoch leisten.
Vor 50 Jahren konnte durch die fehlende Schulpflicht 90% der Bevölkerung nicht lesen und schreiben.
Frau Seel berichtete von den drei Gesichtern Ägyptens:

Das erste Gesicht ist das für die Touristen, die nur die schönsten Seiten Ägyptens sehen: weiße Sandstrände, die großen Pyramiden, das Land der Pharaonen.
Das zweite Gesicht nannte Frau Seel die „mittlere Klasse", in der die wohlhabenden Familien leben, die genügend Geld für ihre Familien haben und meistens ein eigenes Haus oder eine Wohnung besitzen.
Nun erzählte Frau Seel auch von der Schattenseite Ägyptens, dem dritten Gesicht:
Dieses schreckliche Leben bekommen nur die wenigsten wohlhabenden Leute mit. Die arme Bevölkerung lebt im Müll der Reichen. Ihnen bleibt teilweise kein Platz mehr übrig in Kairo, der Hauptstadt mit 20 Millionen Einwohnern. Sie müssen den Müll sortieren und in Säcke abfüllen. Für einen sortierten Sack bekommen sie 10 Cent, was nicht einmal für ein 20 Cent teueres Kilo Tomaten reicht. Hier gibt es auch kein Hartz 4, wie bei uns in Deutschland.
Häuser kann man es nicht nennen, wo die Ärmsten wohnen, denn die Menschen bauen sich aus dem wertlosen Müll Hütten, teilweise sogar ohne Dach. Diese Stadtteile werden auch „Müllviertel" genannt. Andere Menschen haben sich wiederum auf Friedhöfen angesiedelt, denn dort gibt es zu jedem Grab ein Haus, welches ursprünglich der angehörigen Familie des Toten gehörte. Nun besiedeln die Armen die Friedhofshäuser und nennen diese in ihrer Armut „Luxushäuser"
Frau Seel besucht regelmäßig mit Ihren drei Kindern ihr Heimatland Ägypten.