Am 14.5.09 stellte Frau Lilo Klug der 8b ihr Buch „Im Maul des Drachen" vor.
"Im Maul des Drachen" - die Geschichte des Dritten Reiches aus einer anderen Perspektive.
"Im Maul des Drachen". So könnte man das Leben in der Zeit des "Dritten Reiches" und des
2. Weltkrieg nennen. Dieser Titel findet sich auf einem Buch der Autorin Lilo Klug.
Sie hat den 2. Weltkrieg als Kind miterlebt.
Das Leben zu Beginn der 30er Jahre auf der Schwäbischen Alb war insgesamt kein Zuckerschlecken.
Es gab damals noch nicht überall fließendes Wasser und keine Duschen. Manchmal stand nur ein
Brunnen mit kaltem Wasser zur Verfügung, ganz zu schweigen von Armbanduhren am Handgelenk oder Uhren in der Wohnung. Für viele zeigte nur die Kirchenuhr die Zeit an.
Es war schon ein großer Luxus eine Badewanne zu haben. Und wenn es eine Wanne gab, dann badeten alle Familienmitglieder im gleichen Wasser - und das nur einmal in der Woche.
Autos gab es damals jedoch schon. Wie Lilo Klug berichtet, hatte ihre Familie einen Opel Kadett, der mit Stolz gefahren wurde.
Dennoch hatten die 30er Jahre nicht nur schlechte Seiten.
Die Kinder konnten in allen Gärten und Höfen spielen, ohne dass es jemand störte und lärmende Kinder verscheuchte. Es gab keine Verbote und Verbotschilder, die regelten, wo spielen erlaubt war und wo nicht. In den Bächen haben die Kinder Dämme gebaut.
All das hat sich heute geändert. Viele Kinder und Jugendliche haben nach dem Schulalltag zusätzlich viele Termine, so dass sie gar keine Zeit mehr haben oder auf die Idee kommen, Dämme in Bächen zu bauen oder mit anderen Kindern draußen zu spielen. Außerdem beschweren sich manche Nachbarn darüber und rufen sogar nach der Polizei.
Lilo Klug hat damals Schönes und Schlimmes erlebt. Schlimm war es, als im Jahre 1939 Männer für den Krieg eingezogen worden. Jetzt hatte nicht nur Lilos Familie keinen Vater mehr, sondern viele andere auch. Die Frauen waren nicht an die Selbstständigkeit gewohnt, und so mussten oft die ältesten Mädchen die Väter ersetzen, so gut sie konnten . „Aber warum musste es immer die älteste Schwester sein?", so fragte sich sicher nicht nur Lilo Klug. Wenn eine Familie einen Sohn hatte, der bei Kriegsende über 17 Jahre alt war, wurde auch er noch eingezogen.
Als Lilo Klug sechs Jahre alt war, wurde ihr Vater zum Militär eingezogen. Seitdem gab es keine Kindheit mehr für sie. Sie merkt an, dass dies bis heute nachwirkt:
Sie hat das Spielen verlernt.
Der Diktator Adolf Hitler benutzte damals noch andere Methoden, um die Menschen zu beeinflussen. Jeder Haushalt sollte sich einen so genannten "Volksempfänger" anschaffen. Durch dieses Radio wurden alle Reden Hitlers, Siege der Wehrmacht und Verleumdungen über Juden ausgestrahlt.
Doch all das hat Lilo Klug oder Eva, wie die Figur in dem Buch heißt, weniger gestört als die Tatsache, dass niemand den Kindern Antwort gab auf ihre Fragen.
Wenn sie etwas fragte, sagten die Erwachsenen nur: "Psst. Halt den Mund. Das geht dich nichts an."' Und: "Das verstehst du nicht." Diese Aussagen ziehen sich wie ein roter Faden durch ihren bewegenden Bericht. Kinder fühlen sich von ihren eigenen Eltern nicht ernstgenommen, sondern ausgegrenzt. Dazu passt ein Spruch von Erich Kästner :
"Wie kann ein Erwachsener seine Jugend so vollkommen vergessen, dass er eines Tages überhaupt nicht weiß, wie traurig und unglücklich Kinder bisweilen sein können".
Wir danken Frau Klug ganz herzlich für diese Veranstaltung, die wir nicht vergessen werden.
Tabea Pape