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Erfolgsrezept Kirschkuchen

Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer schreibt für Kinderkrimis „Die drei Fragezeichen"

Von Lea Frauenknecht und Amelie Frank

Es war ein Hitzefrei-Tag, der 2. Juli 2009, als die Politikjournalistin und Krimiautorin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer die Klasse 6b des Mönchseegymnasiums besuchte. Die Schülerinnen und Schüler blieben freiwillig eine Schulstunde länger und bereuten es nicht!

Zunächst erklärte die 51jährige, was die Drei-Fragezeichen-Bücher für junge Leser so interessant und damit auch erfolgreich macht. Die Kinder würden es lieben, an logischen Rätseln zu knobeln - immer auf dem gleichen Stand wie die drei intelligenten Detektive in den Büchern.

Leider nahm dieser Umstand in den 80er Jahren in den USA drastisch ab, da viele Kinder dort die räumliche Vorstellungskraft  durch Fernsehen und Computer verloren ging, erzählte die Autorin. Sahen die jungen Leute zum Beispiel irgendwo das Wort „Schrottplatz" gedruckt, war es für sie nur ein Wort. Vor ihrem inneren Auge öffnete sich keine Tür, hinter der sich spannende Bilder verbargen.

Da die deutschen Kinder noch nicht so besessen waren von den Konsumgeräten, fingen deutsche Autoren an, die Reihe mitzuschreiben. Henkel-Waidhofer war eine von ihnen.

Sie wurde 1958 in Wien geboren. Schon als Kind schrieb sie viel, erzählte sie. Mit 18 Jahren sogar einen Sommerroman, den aber kein Verlag annehmen wollte. Im Alter von 27 Jahren hatte sie es dann geschafft: Das erste Buch ihrer Reihe „Guck mal, die Polizei" wurde abgedruckt. Das erste Buch der ??? hieß „Tatort Zirkus".
 Vor ein paar Jahren zog die Autorin aus beruflichen Gründen nach Stuttgart, um als Politikjournalistin bei einer Tageszeitung zu arbeiten.

Ihr Krimitalent entdeckte übrigens eine Freundin und Lektorin beim KOSMOS-Verlag. Dort erscheinen auch die Fragezeichen-Bücher der deutschsprachigen Autoren.

Insgesamt 16 Titel hat Henkel-Waidhofer inzwischen für die Reihe veröffentlicht.

In ihrer Freizeit kocht sie gern. Von ihr sind auch einige Kochbücher erschienen. Außerdem interessiert sie sich für Grand Prix, Autorennen, Frauenfußball und Tennis.

Zu ihren Buchtiteln sind jeweils auch Kassetten und CDs herausgebracht worden. An den Filmen kritisiert die Autorin stark, dass die  Hauptdarsteller viel zu jung besetzt wurden. In den Büchern, die aus dem Amerikanischen übersetzt wurden, werden diese Detektive mit „Sie" angesprochen, sie fahren Auto und haben Freundinnen. Bei Henkel-Waidhofer sind sie Jungs, die Fahrrad fahren, in jeder Geschichte Kirschkuchen essen. Die Erwachsenen sagen „Du" zu ihnen. Den Kirschkuchen, den sie eingeführt hat, ist mittlerweile der Renner. Bei Buchmessen fragen alle nach dem Rezept, dabei hätte sie auch Erdbeer- oder Pflaumenkuchen nehmen können, berichtete sie.

Spannend für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b war die Frage, wo die Story der drei Fragezeichen eigentlich spielt. Der Fantasieort „ rocky beach"  liegt nach Meinung der Autorin in Kalifornien, in der Nähe von Ventue an der Pazifikküste.

Henkel-Waidhofer, die bestätigte, dass es in keinem der Drei-Fragezeichen-Bände einen Mord gebe, hat für den KOSMOS-Verlag einige ihrer Geschichten nach Europa verlegt. Ihre Bücher wurden übrigens auch in  verschiedene slawischen Sprachen übersetzt. Wenn sie mehr Zeit hätte, so die Journalistin, würde sie einige dieser Sprachen gern lernen. Außerdem empfahl die Autorin das Buch „ Geheimnis der Särge", da es in der Schwäbischen Alb spielt.  

Die Schülerinnen und Schüler der 6b fanden den Besuch der Autorin äußerst spannend.