Eine große Ehre war es den Schülerinnen und Schüler der
12. Klasse des Mönchseegymnasiums Heilbronn am Freitag, den 05.02.2010, Frau Bei Sui in Empfang nehmen zu dürfen.
Die seit 2000 in Deutschland lebende Chinesin stammt aus dem Osten Chinas, Nanjing. Sie studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik, arbeitet zurzeit bei der Firma KACO GmbH und absolviert parallel dazu ihren MBA.
Die Schülerinnen und Schüler hörten ihrer Präsentation über China gespannt zu, stellten viele Fragen und diskutierten mit Frau Sui angeregt und interessiert.
Themen wie die kulturellen Unterschiede zwischen China und Deutschland, Wissenswertes über China sowie dessen Bildungssystem wurden angesprochen und intensiv unter die Lupe genommen.
So erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass das allbekannte „Ladies first“ in China nicht Sitte ist. In China wird derjenigen Person die Tür aufgehalten, die älter oder im Rang höher ist. Außerdem sollte vermieden werden, „die Hand bei der Begrüßung zu lange zu drücken“, versicherte Frau Sui uns augenzwinkernd.
Des Weiteren war interessant zu erfahren, dass China 20 verschiedene Herrschafts- Dynastien hatte und es zu den ältesten Zivilisationen und Hochkulturen der Menschheit gehört.
Wissenswert ist außerdem, dass „Deutschland das größte Exportland von China“ sei, erzählte Frau Sui den Schülerinnen und Schülern.
Andere Länder, andere Sitten. Dies treffe auch auf das chinesische Schulsystem zu. Ein Unterschied wie er größer nicht sein könnte, denn Freizeit gilt für einen Schüler in China als Luxusgut. Lernen, Nacharbeiten, Hausaufgaben erledigen - daraus besteht der Rest des Tages nach einem harten Schultag. Für deutsche Schüler ist kaum vorstellbar, dass der altbewährte Taschenrechner für chinesische Schüler in einer Klausur tabu ist.
Aber auch der so sehr geliebte Samstag sei in China nicht nur für Hausaufgaben oder Freizeit da. „Die Schülerinnen und Schüler müssen auch mal samstags die Schulbank drücken“, sagte Frau Sui. Deutsche Schülerinnen und Schüler können sich demnach glücklich schätzen, ein so ausgeprägtes Freizeitangebot auch am Wochenende wahrnehmen zu dürfen.
Schmunzelnd antwortete Frau Sui auf die Frage nach den Schulferien, dass diese nur auf dem Papier existieren. In den Ferien werde gelernt, nachgearbeitet und vorbereitet, da bliebe so gut wie keine Zeit für den eigentlichen Sinn von Ferien – Erholung. Disziplin und ein ungeheures Ausdauervermögen gehören zu den Grundprinzipien qualifizierter Arbeitskräfte. Dieser Grundstein wird in einer strikten und leistungsorientierten Ausbildung konsequent gelegt.
Die Ziele einer Karriere nach der Schullaufbahn eines chinesischen Schülers seien es zuerst einmal Arbeit zu finden, um das eigene Leben bezahlen zu können und schließlich ein Management Level zu erreichen oder gar international Arbeit zu finden. Die Arbeitsverhältnisse sind jedoch nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen. „Die gesetzlichen Arbeitsstunden sind 40 Stunden pro Woche plus Überstunden, die meist unbezahlt sind“, so Frau Sui. Verhältnisse, die bei uns kaum vorstellbar, in China jedoch Alltag sind.
Als Frau Sui auf das Thema „Chinesisch – die meistgesprochene Sprache der Welt“ zu sprechen kam, trauten manche ihren Ohren nicht. „205 verschiedene Dialekte gibt es im Chinesischen“, so Frau Sui, die auch die Chinesen selber nicht alle verstehen.
Dankbar darüber, über den eigenen Tellerrand blicken zu dürfen, verabschiedeten sich alle voller Herzlichkeit von Frau Sui. Durch diesen zweistündigen Einblick ist China ein Stück näher gerückt.