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Moschee Besuch der Klasse 10c

Am 22.04.2010 machte unsere Klasse (10c) einen Ausflug zur Fatih Moschee, in der Goppeltstr. 7 in Heilbronn, mit unserer Geschichtslehrerin Frau Banghard-Jöst.

Herr Ferhat Dag, unser Führer, erzählte uns zu Beginn, dass die Gemeinde in den 70er Jahren entstanden ist und dass sie das jetzige Gebäude,  das früher eine Schuhfabrik war, gekauft und zu einer Moschee umgebaut hatte. Da es an Geld mangelte, ließ man das triste Gebäude stehen und renovierte es von Grund auf.

Mit den Jahren wurde das Gebäude mit zwei kleinen Kuppeln und einem Minarett verschönert. Das Minarett ist aus Sandsteinen, welche extra in der Türkei gefertigt wurde erbaut und ein Symbol aus der alten Heimat ist.

Heute befindet sich in dem Gebäude nicht, wie vorerst angenommen nur eine Moschee sondern auch verschiedene Läden, z.B. ein Friseur für Herren, ein Buchladen mit islamischen und kulturellen Büchern in arabischer, türkischer und in deutscher Sprache. Außerdem ein Supermarkt mit überwiegend türkischen Spezialitäten wie z.B. „Cola TURKA“, eine eigene Cola aus der Türkei, da Muslime normale Cola  und andere Lebensmitteln wegen ihrer Speisevorschriften nicht essen und trinken dürfen.

Die Moschee Gebäude wurde nach orientalischer Architektur aufgebaut, sodass es viel Nutzen für die Menschen mit sich bringt. In Orient wird das komplexe Gebäude Külliye genant. Die Külliye ist eine sozio-religöse Anlage, die zu einer großen Moschee gehört. Sie dient oft auch karitativen Zwecken. Zu einer Külliye gehören Schulen, Hospital, Armenküche, Hamame (Bäder) und Kervansarayen (Herberge) für Reisende.

Islamische Gemeinde  Heilbronn

Besteht seit 1976 als Moschee Verein in HN.

Hat ca. 560 Familien, das sind etwa 1800 bis 2000 Mitglieder.

Name „Fatih“ Ableitung von der öffnende Sure im Koran, wird auch die öffnende Sure zur Welt und dem Koran genannt.

Räumlichkeiten der Moschee

  • Gebetsraum „Mescid“
  • Gästeraum,
  • 4 Klassenzimmer für Religiöse Bildung und Nachhilfekurse in Deutsch Mathe usw…
  • Vorstandsraum, Sitzungszimmer
  • Lokalbereich
  • Teestube
  • Buchladen, Bücherverkauf

Über 20% der hier gehandelten Bücher sind in deutscher Sprache verfasst und es werden immer mehr. Auch hieran kann man erkennen, dass Deutsch als Muttersprache angenommen worden ist.

Frauenabteilung

  • Frauen-Gebetsraum
  • Waschraum
  • Teestube  „Frauen Cafe“
  • Küche
  • Jugendcafe 
  • Jugendlokal. Freizeit Cafe
  • Pool - Billart, Darrt, Tischfußball,  
  • Tischtennis,  u.s.w.
  • Sportliche Aktivitäten: Fußball, Karate.

Shop

Hier kann man alles von Fleisch bis Obst einkaufen. Die Lebensmittel werden täglich frisch geliefert und entsprechen den alltäglichen Bedürfnissen der Menschen.

(Alle Waren werden vor Einkauf auf Helal bzw. auf Reinlichkeit und Inhaltstoffe überprüft)

Bildungs-Sozialarbeit-Bereiche

  • Deutschkurs für Erwachsene , Männer und Frauen.
  • Nachhilfeunterrichtet für Schüler von 3-7.Klasse.
  • Deutsch, Mathematik
  • Berufsauswahl Hilfe und Unterstützung Berufsschule.
  • Kinder- und Jugendlichenbasteltage.
  • Religionsunterricht  in Deutsch und türkischer Sprache.

Sozialarbeit

  • Krankenbesuche, Kranken Seelsorge (Haus und Krankenhausbesuche)
  • Für Bedürftige Essen und Kleidungshilfe.
  • Gefangene Seelsorge in JVH. Justizvollzugsanstalt. HN.
  • Drogen und Sucht Aufklärung, Beratung, Beistand und Hilfe                 

Die Moschee besteht aus mehreren Ebenen mit vielen Räumlichkeiten. Dazu gehören ein Waschraum im Keller und mehrere Räume im 3. Obergeschoss. Im Waschraum verläuft eine tiefe Rinne an der Wand entlang mit einzelnen Sitzplätzen, um sich zu waschen. An der Wand steht ein Schild mit der Aufschrift: „ISRAF HARAMDiR SUYU iSRAF ETMEYiNiZ“ was so viel heißt wie „Es ist Haram (nicht erlaubt) verschwenderisch mit Wasser umzugehen, Bitte sparsam mit dem Wasser umgehen“.

Bevor Muslime ein Gebet verrichten, müssen sie sich waschen. 

Voraussetzung zum Gebet

Reinheit ist der halbe Glaube, Muslime waschen sich gründlich, bevor sie sich zum Gebet begeben à Gebetswaschung. Rituelle Waschung, Arabisch Wudu und in der Türkischen Abdest genant.

Das Gebet fängt mit dieser Waschung an und wird mit Persönlichen Bitgebeten beendet. Hierzu verwendet man reines fließendes Wasser und macht sich die Absicht (nijja) zur Waschung bewusst. Dann sagt man „Bismillahi-r-rahmani-r-rahim“, was übersetzt bedeutet „ im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmenden“ und wäscht sich in dieser Reihenfolge:

  • die Hände bis einschließlich der Handgelenke (3 mal),
  • man spült den Mund aus (3 mal),
  • man reinigt die Nase durch Inhalieren und Ausblasen von Wasser (3 mal),
  • man wäscht das Gesicht einschließlich Stirn und Kinn (3 mal),
  • man wäscht den rechten und danach den linken Unterarm von Ellbogen bis Handgelenk (je 3 mal),
  • man fährt mit nassen Händen über das Kopfhaar
  • man befeuchtet die Ohren mit den Händen
  • man wäscht den rechten und danach den linken Fuß einschließlich der Knöchel, (je 3-mal).

Bevor dies nicht geleistet wurde, darf man den Koran nicht anfassen und das Gebet nicht verrichten. Die Gebetssäle im oberen Stockwerk darf man nur ohne Schuhe betreten. Demnach mussten auch wir unsere Schuhe ausziehen und in das vorgesehene Regal stellen.

Zur Einrichtung der Moschee

Moschee, in Arabisch Mescid genant, bedeutet Ort der Niederwerfung, Ort des gemeinschaftlichen Gebetes, darüber hinaus wird das Gebäude auch für Soziales, Kulturelle und erzieherische Aufgaben genutzt. Die Moschee ist für alle Menschen zugänglich, die eine aufrichtige Absicht haben.

Zur Einrichtung:

Dikka: eine Empore im Gebetsraum für den Muezzin, der fünfmal am Tag zum Gebet ruft.

Azan: Gebetsruf

Allah ist der Allergrößte (4 mal)
Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt (2 mal)
Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist (2 mal)
Kommt her zum Gebet (2 mal)
Kommt her zum Heil (2 mal)
Allah ist der Allergrößte (2 mal)
Es gibt keinen Gott außer Allah

Minbar à Stufenkanzel

Ort der Predigt am Freitag und anderen Feiertagen, z.B. dem Ramadanfest und an Opferfesttagen wird hier die Feiertagspredigt bzw. Ansprache gehalten. In der Heilbronner Moschee wird sie auch in deutsche Sprache übersetzt.

Mihrab à Gebetsnische

Zeigt die Gebetsrichtung an. Platz des Imams, der die Muslime beim Gebet führt.

Herr Dag erklärte uns, dass der Koran in der Hocke gelesen wird, bzw. auf einen kleinen Tisch, der über dem Bereich des Bauchnabels liegen soll, da heilige Bücher nicht auf dem Boden liegen dürfen.Ein Moslem soll fünfmal am Tag das Gebet verrichten, Morgengebet, Mittagsgebet, Nachmittagsgebet, Abendgebet und die Nachtgebet.Jeder Tag ist in Zeitspannen eingeteilt, in denen das jeweilige Gebet verrichtet wird. Sie richten sich nach der Sonne, somit sind in Heilbronn je nach Jahreszeit verschieden, diese zwischen 4.40 Uhr und 23.00 Uhr  liegen.Für Muslime ist der Freitag wie für uns Christen der Sonntag. An diesem Tag predigt der Imam über Suren aus dem Koran, welche von einem zweiten auf Deutsch übersetzt werden. Dies ist in der Umgebung einmalig und dient zur Anpassung seit dem 11.9.2001, um der Außenwelt zu beweisen, dass kein Hass gepredigt wird.

Frauen und Männer müssen in verschiedenen Räumen bzw. hinter den Männern ihr Gebet verrichten, da das Gebet in verschiedenen Körperhaltungen, bzw. ritueller Haltung gebetet wird, man sollte es Ablenkung und Begehren vermeiden. Ein Muslim kann fast überall beten: Draußen in Freien Natur, in Büros, Fabriken und in den anderen Gebäuden. Einzig wichtiges Indiz ist die Gebetsrichtung und saubere Unterlage, bzw. Gebetsteppich.

Gebetet wird in Richtung Mekka. Jedes Gebet wird mit einem Absichtausspruch angefangen. Der Anfang wird mit den Händen an den Ohren und den Handflächen nach vorne gebetet. Dies ist ein Symbol, dass man das weltliche hinter sich lässt und sich mit dem Gebet vertieft und den Gottesdienst ausführt. Das Gebet endet mit einem Blick nach rechts und links zu den zwei Engeln, die sowohl die eigenen negative Handlungen, als auch die geleisteten Wohltaten aufschreiben. Danach streicht man sich übers Gesicht.

Die Gebete sind in ihrem inhaltlichen Ablauf genau vorgeschrieben und unterteilen sich in Rezitation des Qur'ans, festgelegte Lobpreisungen und freie Formulierungen. Das Gebet im Islam ist die direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und Gott. Es gibt keinen Vermittler zwischen Gott und dem Gläubigen. Im Gebet fühlt der Gläubige innere Freude, Frieden und Ruhe und dass Gott mit ihm oder ihr zufrieden ist. Mit dem Gebet wird neben der äußeren Reinigung durch Waschung auch die Reinigung der Seele erzielt. Die Gebetshaltungen sind seit den Zeiten des Propheten Mohammed  unverändert erhalten geblieben und versinnbildlichen in ihrer Ausführung, das Bewusstsein, ein Geschöpf Allahs zu sein: Aufrecht stehend, wie ein aufrichtiger, geradliniger Muslim, das Verbeugen nur vor Allah und nicht vor den Widrigkeiten des Alltags. Die Niederwerfung als absoluter Ausdruck der Ergebenheit vor Allah und nicht der Hörigkeit gegenüber anderen „Gottheiten“.

Aufgrund des einheitlichen Gebetsrituals, kann jeder Muslim überall auf der Welt mit allen anderen Muslimen gemeinsam beten, ohne dass es zu Unstimmigkeiten oder Disharmonien kommt. Das gemeinsame Gebet eint die Menschen.

Die Moschee unterstützt mit Spenden Menschen, die unter der Armutsgrenze und in Not leben, denn im Islam ist der Mensch das Allerheiligste, da er Gottes Geschöpf ist. Somit sind Muslime allgemein strikt gegen den Terrorismus, da man nicht das Recht hat, einem Menschen das Leben zu nehmen.

Christentum im Islam.

Maria im Islam:

Maria ist die Mutter von Jesus und wird als solche im Qu'ran erwähnt, was schon ihren hohen Stellenwert zeigt. Es gibt nämlich (neben den vielen Propheten, die im Qu'ran erwähnt werden und zu denen neben Mohamed auch Jesus, Moses und Abraham und viele mehr zählen) nur sehr wenige beim Namen genannte Personen. Im Qu'ran wird Jesus in fast allen Fällen mit dem Zusatz "der Sohn der Maria" versehen. Eine der 114 Suren des Qu'ran trägt sogar ihren Namen: Surat al-Maryam, Sure 19. (Die Maria Sure)
Jesus nimmt auch im Islam eine besondere Stellung als Prophet ein. Allerdings sind die Moslems der Auffassung, dass er nicht gekreuzigt wurde.

Der Islam betrachtet das Christentum zurzeit, als Jesus gelebt hat, als eine legitime und von Gott gesandte Religion. Damit wäre sie auch richtig, wenn nicht im Verlauf der Zeit viel an ihr verändert worden wäre. Das heißt, dass das Christentum in der Form, wie es jetzt existiert, von den Moslems nicht mehr als die komplett richtige Religion betrachtet werden kann. Dennoch haben Juden- und Christentum bei den Muslimen einen hohen Stellenwert. Sie werden als "Schriftreligionen" bezeichnet. Deshalb ist es einem Muslim erlaubt, eine Christin oder Jüdin zu heiraten und ihr Religionsfreiheit einzuräumen.

Jesus. Die Muslime glauben daran, dass

  • "Jesus ein Mensch war,
  •  er von Maria jungfräulich geboren wurde,
  •  er ein Prophet war wie alle anderen Propheten (wieAbraham)
  •  er nicht gekreuzigt, sondern von Gott in den Himmel erhoben wurde,
  •  er einige Jahre vor dem Jüngsten Gericht auf die Erde zurückkommen wird, um die letzte Botschaft Gottes, die vom Propheten Mohammed verkündet wurde zu praktizieren (also den Islam)."

Der Ausflug war sehr informativ und interessant. Wir danken recht herzlich Frau Banghard-Jöst für die Organisation und Herr Ferhat Dag für die interessante Führung.

Stefanie Müller, Stefanie Eidam, Annika Schilling (10c)